Der schmale Grat

Vielen von uns Müttern ist gar nicht bewusst, wie wir im Alltag immer und immer wieder auf einem ganz schmalen Grat wandern: dem Grat zwischen „ich lass meinem Kind die Freiheit“ versus „ich unterbinde sein Verhalten“.

Was meine ich damit?

Euer kleines Kind möchte auf einen Baum klettern. Im ersten Moment lässt Ihr es gewähren, aber schon nach ein paar weiteren Sekunden denkt Ihr: „Oha, das kommt nicht gut. Wenn es DA runterfällt.“
Also sagt Ihr ihm, dass es runterkommen soll oder hebt es gleich vom Baum.

Wo liegt der schmale Grat?

Nun ja, Ihr hättet das Kind auch auf dem Baum lassen können. Damit es seine Freiheit ausleben kann, seinen Entdecker- und Abenteuergeist. Stolz auf sich sein kann („Schau mal Mama, wo ICH raufgeklettert bin!“).
Und wenn es runtergefallen wäre, ja dann hätte es gelernt, dass auf Bäume klettern schmerzlich enden kann.

Das wäre die „laisser-faire“-Taktik. Einfach machen lassen.

Andererseits habt Ihr eine gesetzliche (!) Aufsichtspflicht gegenüber Eurem Kind (okay, die Juristin spricht). Und Ihr seid älter und gescheiter und erfahrener und könnt Dinge voraussehen, also ist es Eure Pflicht, Euer Kind vor einem Sturz zu warnen oder es gleich vom Baum runter zu heben.

Aber eben: wenn man die zweite Strategie ständig oder zu oft fährt, pfuscht man als Mutter non-stop in die Entwicklung seines Kindes rein, insbesondere auch, was sein gesundes Selbstvertrauen angeht.

DAS meine ich mit dem schmalen Grat.

Und diese Situationen gibt es ja nicht nur einmal im Jahr. Nein, ständig ist man als Mutter mit solchen Situationen konfrontiert. Und das hört nicht auf, wenn das Kind zur Schule kommt. Es ebbt schon ein bisschen ab, aber ab einem bestimmten Alter kommt es auch wieder hoch: zum Beispiel, wenn Euer Teenie an ein Fest will und bei Euch die Panik hochkommt bei der Vorstellung, dass Euer Kind dann belästigt werden könnte, oder zu viel Alkohol trinkt, oder bei einem besoffenen Kollegen ins Auto steigt, oder dass es auf dem Rückweg überfallen wird, oder…
Der Fantasie sind in den Fällen bei uns Müttern ja keine Grenzen gesetzt!

Aber wie ein Wachhund an der Party aufkreuzen und Euer Kind „abfangen“ ist auch keine Lösung. Schliesslich muss es lernen, mit den kleinen und grossen Gefahren im Leben selbst zurecht zu kommen.

Also wie vorgehen als Mutter?

Ich denke, das Wichtigste in diesen Situationen ist die Kommunikation.

Redet mit Eurem Kind!

Natürlich tönt das anders bei einem Zweijährigen als einem Zwölfjährigen, aber es kommt auf dasselbe hinaus. Erklärt Eurem Kind, wieso Ihr ihm etwas verbietet. Oder wieso Ihr Angst habt.

Das ist unglaublich wichtig für Eure Beziehung!

Denn wenn Ihr einfach mit einem „Nein ist mein letztes Wort“ alles abblockt, dann erntet Ihr nur bockiges und verschlossenes Verhalten auf Seiten des Kindes. Und das vollkommen zu recht!

Wenn Ihr mit Eurem Kind aber redet und ihm die Gefahren erklärt und darauf hinweist, dann ist das Kind besser gewappnet. Und kann auch Eure Gedanken und Sorgen verstehen. Und so könnt Ihr zum Beispiel gemeinsam eine Lösung finden, wie Euer Kind sicher nach der Party nach Hause kommt.

Ihr könnt auch Eurem Zweijährigen erklären, wie fest weh es tut, wenn man von einem hohen Ast runterfällt. Und dass Äste plötzlich abbrechen können. Oder dass man ausrutschen kann. Dann versteht Euer Kind, wieso Ihr es bei seinem „Abenteuer“ gestört habt.

Dieser schmale Grat ist eine grosse Verantwortung für uns Mütter.

Und wir müssen tagtäglich lernen, nicht zu sehr unseren Ängsten nachzugeben, sondern unseren Kindern das Vertrauen schenken, dass sie das – mithilfe der richtigen Kommunikation von uns – schon packen werden.

Hauptsache Mütter, Ihr rockt Euer Leben.
Ich glaube an Euch und Euer Potenzial.

Herzlich,

Eure

Der schmale Grat

 

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