Schockmomente

Wer kennt dieses Gefühl als Mutter nicht: in der einen Minute ist alles so friedlich und entspannt, die Vögel zwitschern, die Sonne scheint – und dann kommt der Schrei.

Denn dein Kind ist vom Klettergerüst gefallen, und in den paar Milli-Sekunden, die du zum Rennen brauchst, spielt sich schon der ganze Horrorfilm ab: ist es jetzt querschnittgelähmt? Hat es einen Schädelbasisbruch?

(Gott sei Dank nur das Knie aufgeschlagen.)

Oder dein Säugling hat ein bisschen Fieber und du gehst übervorsichtig zum Arzt (obwohl du dir leicht hysterisch vorkommst, dass du ÜBERHAUPT beim Arzt anrufst!) – und dann heisst es dort: Verdacht auf Lungenentzündung! Sofort ins Spital! Hoch gefährlich!

Also rennst du mit Tränen in den Augen Richtung Spital und bist völlig überfordert (nur schon der besorgte BLICK der Ärztin!) und spielst wieder jegliche Horrorszenarien durch…

(Und ja, das Röntgen hat die Lungenentzündung bestätigt.)

Und diese Liste könnten wir Mütter um ganz viele weitere „schöne“ Geschichten ergänzen. Generell macht man als Mutter ja ein halbes Medizinstudium so nebenbei. Was ich in der Zeit, seit ich Mutter von 2- und 4-beinigen Kindern bin, gelernt habe, ist ja beträchtlich.
Ich kenne mich bestens mit Medikamenten aus, den verschiedenen Ursachen für ein dutzend Krankheiten, Heilungschancen, etc.

Was ich Euch aber eigentlich sagen wollte:

in solchen Momenten steht man unter Schock.

Der Kopf kann die Bilder und Informationen, die er erhält, anfangs nicht (sachlich) einsortieren und schaltet deshalb gleich mal den Panikmodus an – deshalb die schönen Katastrophenszenarien.

Natürlich reagiert auch jeder Mensch anders auf eine bestimmte Situation oder Nachricht. Denn was den einen vielleicht eher kalt lässt („ist ja nicht so schlimm“), löst beim andern Panik aus. Aber auch darum geht es nicht.

Es geht um EUER PERSÖNLICHES EMPFINDEN in genau dem Moment.

Also nur weil die Nachbarin lapidar findet, eine Lungenentzündung bei einer knapp 1-Jährigen sei ja nicht so tragisch, da es ja Antibiotikum gebe – schön. Das ist ihre Meinung. Dass ich Todesangst um mein Kind hatte, ist die andere Seite. Natürlich kickt dann nach einer gewissen Zeit der Verstand wieder ein und sagt dir das Gleiche („wenn sie das Antibiotikum nimmt, ist sie in ein paar Tagen wieder fit“). Klar.
Aber es geht um den Schockmoment, der dir wortwörtlich in die Knochen fährt, und da reicht eine fluffige Latte Macchiato dann meist nicht zur Beruhigung.

Deshalb ist es ganz wichtig, dass Ihr nachher über Eure Gefühle sprecht. Also nicht nur Eurem Mann oder Muddi erzählt, WAS passiert ist.

Sondern vor allem auch, WIE Ihr Euch dabei gefühlt habt und jetzt noch fühlt!

Zweitens möchte ich Euch raten, Euch nach solchen Momenten auszuruhen. Also probiert, irgendwo eine Portion extra Schlaf einzubauen oder Euch zumindest für eine halbe Stunde hinzulegen. So kann der Kopf und der Bauch sich wieder erholen und erkennen: „Ok, die Gefahr ist gebannt, wir können den Panikmodus wieder abschalten“.
Tief durchatmen nicht vergessen!

Liebe Petticoat-Mütter: die Schockmomente werden uns unser ganzes Leben begleiten, denn die Downs gehören wie die Ups zum Leben dazu. Aber mir ist wichtig, dass falls Ihr einen Schock erlebt habt – ob klein oder gross – Ihr diesen Schock nicht einfach unter den Tisch wischt, sondern ihn ernst nehmt. Nicht überdramatisiert, aber ernst nehmt und Euch danach etwas Gutes tut.

Und danach rockt Ihr wieder Euer Leben!
Ich glaube an Euch und Euer Potenzial.

Eure

Schockmomente

Petticoat-Tipp: Falls Du einen Schock erlebt hast, der selbst nach einem Glas Wein und gutem Schlaf nicht wieder verflogen ist, sondern traumatische Züge annimmt, dann bitte sprich mit einem Profi darüber.

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